Gangarten

Als Gangarten bezeichnet man die natürlichen Fortbewegungsweisen des Pferdes, die sich in Takt, Rhythmus, Tempo und Fußfolge voneinander unterscheiden. Im Reitsport bilden die drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp die Basis jeder reiterlichen Ausbildung.

Pferde verfügen von Natur aus über verschiedene Fortbewegungsweisen, die als Gangarten bezeichnet werden. Sie unterscheiden sich grundlegend in der Reihenfolge, in der die Hufe den Boden berühren und verlassen (Fußfolge), in der Anzahl der Taktschläge pro Bewegungszyklus sowie darin, ob eine Phase der Schwebe – also ein momentaner Zustand, in dem kein Huf den Boden berührt – vorhanden ist oder nicht. Im klassischen Reitsport werden drei Grundgangarten unterschieden: Schritt, Trab und Galopp.

Schritt

Der Schritt ist die langsamste Gangart und ein Viertakt ohne Schwebephase. Die vier Hufe berühren den Boden in einer gleichmäßigen, versetzten Reihenfolge, sodass stets zwei oder drei Beine gleichzeitig Bodenkontakt haben. Ein gesunder, regelmäßiger Schritt zeichnet sich durch einen klaren Viertakt aus. Taktunregelmäßigkeiten im Schritt gelten als ernster Ausbildungsfehler, da diese Gangart besonders anfällig für Verspannungen und Fehler in der Reitereinwirkung ist.

Trab

Der Trab ist ein Zweitakt, bei dem sich jeweils zwei diagonal gegenüberliegende Beine (beispielsweise linkes Vorderbein und rechtes Hinterbein) gleichzeitig vom Boden abstoßen und aufsetzen. Zwischen den beiden Diagonalpaaren liegt eine kurze Schwebephase. Der Trab gilt als die Ausbildungsgangart schlechthin, da er besonders gut geeignet ist, die Gleichmäßigkeit der Bewegung, die Losgelassenheit und die Versammlung des Pferdes zu entwickeln und zu überprüfen.

Galopp

Der Galopp ist ein asymmetrischer Dreitakt mit anschließender Schwebephase. Je nach führender Schulter unterscheidet man den Rechtsgalopp (rechte Hand) vom Linksgalopp (linke Hand). Die Fußfolge beginnt mit dem äußeren Hinterbein, gefolgt vom inneren Hinterbein und äußeren Vorderbein gemeinsam, dann dem inneren Vorderbein (der sogenannten Galopphand entsprechend), worauf eine Schwebephase folgt. Galopp auf der falschen Hand – also wenn das innere Vorderbein nicht das führende ist – wird als Falscher Galopp bezeichnet und ist in der normalen Ausbildung ein Fehler, im Rahmen der Kürübungen der höheren Dressur (Kontra-Galopp) jedoch gezielt eingesetzt.

Weitere Gangarten

Neben den drei Grundgangarten gibt es zusätzliche Gangarten, die bei bestimmten Rassen genetisch veranlagt sind. Dazu zählen der Pass (lateraler Zweitakt, bei dem beide Beine einer Körperseite gleichzeitig bewegt werden), der Tölt (ein schneller, flüssiger Viertakt ohne Schwebephase, typisch für Islandpferde) sowie der Rack und andere Viergangarten, die vor allem bei nordamerikanischen Gangpferderassen vorkommen. Diese Sondergangarten spielen im klassischen Dressur- und Springsport keine Rolle, sind jedoch in den jeweiligen Rasseprüfungen und Spezialwettbewerben entscheidende Kriterien.

Bedeutung im Training

Die korrekte Beurteilung und gezielte Förderung der Gangarten ist zentrales Anliegen der Pferdeausbildung. Maßgebliche Kriterien sind Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung – in der klassischen Reitlehre als Skala der Ausbildung bekannt. Eine qualitativ hochwertige Gangart zeichnet sich durch Regelmäßigkeit, Raumgriff, Schwung und die deutliche Erkennbarkeit der jeweiligen Taktschläge aus. Mängel in den Gangarten – etwa Taktstörungen, mangelnde Rückenaktivität oder Unreinheiten – gelten als Hinweis auf Ausbildungsfehler, körperliche Einschränkungen oder unpassende reiterliche Einwirkung.

Häufige Fragen

Was sind Gangarten beim Pferd?

Als Gangarten bezeichnet man die natürlichen Fortbewegungsweisen des Pferdes, die sich in Takt, Rhythmus, Tempo und Fußfolge voneinander unterscheiden. Im klassischen Reitsport werden drei Grundgangarten unterschieden: Schritt, Trab und Galopp.

Wie viele Taktschläge hat der Schritt beim Pferd?

Der Schritt ist ein Viertakt, bei dem die vier Hufe in einer gleichmäßigen, versetzten Reihenfolge den Boden berühren. Es gibt keine Schwebephase, und stets haben zwei oder drei Beine gleichzeitig Bodenkontakt.

Was unterscheidet Trab von Schritt und Galopp?

Der Trab ist ein Zweitakt, bei dem sich jeweils zwei diagonal gegenüberliegende Beine gleichzeitig abstoßen und aufsetzen, mit einer kurzen Schwebephase dazwischen. Er gilt als die Ausbildungsgangart schlechthin, da er besonders gut geeignet ist, Losgelassenheit und Versammlung des Pferdes zu entwickeln und zu überprüfen.

Welche Gangart eignet sich am besten für die Ausbildung von Pferden?

Der Trab gilt im Reitsport als die Ausbildungsgangart schlechthin, da er besonders gut geeignet ist, Gleichmäßigkeit der Bewegung, Losgelassenheit und Versammlung zu entwickeln und zu überprüfen.

Warum ist der Schritt beim Pferd so fehleranfällig?

Der Schritt ist besonders anfällig für Verspannungen und Fehler in der Reitereinwirkung, weshalb Taktunregelmäßigkeiten in dieser Gangart als ernster Ausbildungsfehler gelten. Ein gesunder, regelmäßiger Schritt zeichnet sich durch einen klaren Viertakt aus.

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